Jahreswechsel

Biko vom Hauptstadtgarten hatte an diesem besonderen Abend offenbar einen ziemlich klaren Plan: einfach er selbst bleiben.

Während draußen langsam die Spannung auf Mitternacht stieg, Menschen ihre Jacken zurechtrückten, Gläser klirrten und irgendwo schon die ersten allzu motivierten Vorab-Böller losgingen, blieb Biko bemerkenswert gelassen. Mit der würdevollen Ruhe eines Hundes, der innerlich vermutlich dachte: Ach, ihr wieder mit eurem Jahreszeiten-Theater, suchte er sich seinen Platz an der Terrassentür und beobachtete das Geschehen draußen ganz aufmerksam.

Dort saß er wie ein kleiner, flauschiger Nachtwächter mit bester Aussicht auf das Spektakel. Raketen stiegen in den Himmel, es blitzte in allen Farben, es knallte hier und da – und Biko? Biko schaute einfach zu. Ruhig. Entspannt. Fast ein wenig so, als würde er eine etwas überdrehte, aber immerhin schön beleuchtete Theateraufführung begutachten. Vielleicht dachte er bei dem einen oder anderen Feuerwerk sogar: Optisch stark, akustisch ausbaufähig.

Je näher Mitternacht rückte, desto wilder wurde draußen das bunte Treiben. Aber Biko ließ sich davon kein bisschen beeindrucken. Kein nervöses Umherlaufen, kein unsicherer Blick, kein Drama – stattdessen diese wunderbare Selbstverständlichkeit, mit der er sagte, ganz ohne Worte: Alles gut. Ihr könnt weitermachen. Ich habe das hier im Blick.

Und weil wahre Souveränität manchmal auch einfach bedeutet, zu wissen, wann genug gefeiert wurde, kam später der Moment, in dem Biko entschied, dass die Silvesternacht auch ohne seine dauerhafte Anwesenheit sehr gut zurechtkommen würde. Nachdem er sich das Ganze eine Weile durch die Terrassentür angesehen hatte, zog er sich zufrieden zurück und legte sich schlafen. Während draußen noch das neue Jahr lautstark begrüßt wurde, machte Biko das, was wirklich Stil hatte: Er ruhte einfach in sich selbst.

So erlebte Biko vom Hauptstadtgarten den Jahreswechsel 2025 auf 2026 auf seine ganz eigene Art – aufmerksam, gelassen und mit einer beneidenswerten Coolness. Ein Hund, der sich vom Silvestertrubel nicht aus der Ruhe bringen ließ, sondern dem neuen Jahr lieber mit einem entspannten Blick und anschließendem Schönheitsschlaf begegnete. Ehrlich gesagt: Man kann sich kaum eine sympathischere Art vorstellen, ins neue Jahr zu starten.