Biko und Hedda – eine Freundschaft, die keine Worte braucht
Biko war noch ein Welpe, als er Hedda zum ersten Mal begegnete. Hedda, eine Golden-Retriever-Hündin und ein echter Sonnenschein, ist ein Jahr älter als er. Kennengelernt haben sich die beiden auf einer Spielwiese bei uns im Ort. Schon bei dieser ersten Begegnung war zu spüren, dass zwischen ihnen etwas Besonderes entstand. Sie beschnupperten sich nur kurz – und dann ging das gemeinsame Abenteuer auch schon los.
Seitdem gehören ihre Begegnungen zu den schönsten Momenten des Tages. Wenn jemand aus Heddas Familie morgens die Tochter zur Schule bringt, wissen beide Hunde oft schon ganz genau, dass sie sich gleich sehen werden. Die Aufregung wächst mit jedem Schritt. Alles andere verliert plötzlich an Bedeutung.
Andere Hunde, die ebenfalls gern mitspielen möchten, werden freundlich begrüßt und kurz beschnüffelt. Doch dann wandern die Blicke schon wieder suchend in die Ferne. Schließlich wartet da jemand ganz Bestimmtes.



In unserer Gemeinde gibt es eine große Festwiese. Oft gehe ich mit Biko dorthin, weil ich weiß, dass Hedda nur wenige Minuten später auftauchen wird. Biko wartet gespannt, beobachtet jeden Weg und jedes Rascheln im Gebüsch. Und dann ist es so weit: Hedda schaut zwischen den Zweigen hindurch, entdeckt Biko auf der Wiese – und von diesem Augenblick an gibt es für beide kein Halten mehr.
Sie rennen aufeinander zu und begrüßen sich voller Begeisterung. Danach beginnt ihr ganz eigenes Spiel. Sie jagen über die gesamte Wiese, schlagen Haken, rennen im Kreis und versuchen, sich gegenseitig einzuholen. Plötzlich kullert einer durchs Gras, während der andere darüber hinwegpurzelt. Dann wird spielerisch an einem Ohr geknabbert, ein Bäckchen ins Maul genommen oder mit den Pfoten gerangelt.
Manchmal sieht es wild aus, doch es bleibt immer liebevoll. Beide kennen ihre Grenzen genau. Biko begegnet Hedda mit Respekt – und sollte er diesen im Eifer des Gefechts einmal vergessen, erinnert sie ihn kurz und deutlich daran. Wenige Sekunden später geht das Spiel weiter, als wäre nichts gewesen.
Beim Zuschauen hat man oft das Gefühl, zwei Geschwister vor sich zu sehen. Sie vertrauen einander, verstehen die Körpersprache des anderen und können vollkommen unbeschwert miteinander sein. Dass Biko ein Rüde und Hedda eine Hündin ist, spielt dabei keine Rolle. Was zählt, ist die Freude über das Wiedersehen.



Diese Freundschaft zeigt sich nicht in ruhigen Gesten oder langen gemeinsamen Spaziergängen. Sie zeigt sich in leuchtenden Augen, rasenden Pfoten, fliegendem Fell und der völligen Hingabe an den Moment. Für eine Weile scheint die Welt nur aus dieser Wiese und aus zwei glücklichen Hunden zu bestehen.
Bald beginnen die Sommerferien. Dann werden Biko und Hedda sich vermutlich einige Wochen lang nicht sehen. Die vertrauten morgendlichen Begegnungen werden fehlen, ebenso das gespannte Warten auf der Festwiese. Für beide wird diese Pause sicherlich nicht leicht.
Doch irgendwann wird Hedda wieder durch das Gebüsch schauen. Biko wird sie entdecken. Und dann werden sie losrennen, als hätten sie sich nicht nur ein paar Wochen, sondern eine halbe Ewigkeit nicht gesehen.
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